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smart times 2013 – Interview mit Dr. Winkler

Beim offiziellen Pressetermin blieb leider wenig Zeit für unsere Fragen. Frau Dr. Annette Winkler versprach uns aber beim Verlassen der Presserunde  ein persönliches Interview am Abend. Nach ihrer Eröffnungsrede konnten wir so einige interessante Neuigkeiten zum kommenden smart von ihr erfahren.

Frau Dr. Winkler hat unsere Fragen sehr umfassend und detailliert beantwortet. Leider war es im Festzelt so laut, dass sie auf unserer Aufzeichnung teilweise kaum zu verstehen ist. Daher geben wir das Interview teils aus unserem Mitschnitt, teils aus dem Gedächtnis wieder. Legt also bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage.

Interview Annette Winkler

smartpit: Wir sind sehr begeistert vom Design der Studien forvision und forstars. Wie viel der 2014er Modelle steckt bereits in den Studien?

Annette Winkler: Das Design des fortwo wird sich deutlich weiterentwickeln, aber es werden auch viele Dinge erhalten bleiben. Ich habe es ja bereits bei der Eröffnungsshow gesagt: Die neuen Modelle werden die einzigartigen smart Gene besitzen. Die Länge von 2,69 Metern bleibt natürlich erhalten, ebenso wie das Heckmotorkonzept, denn nur so ist die Kürze des smart bei höchsten Sicherheitsansprüchen realisierbar. Das gilt auch für die tridion-Zelle und die Verwendung einfach austauschbarer Kunststoff-Panels. Um den Komfort und die Sicherheit, in die wir bei smart ja immer viel investieren, weiter zu erhöhen, wird der smart etwas an Breite gewinnen.  Die Modelle smart fortwo und smart forfour werden auf einer gemeinsamen Plattform aufbauen. Es ist eine gemeinsam mit Renault entwickelte, neue Plattform, die sich am Heckmotorkonzept des smart orientiert und dann neben den beiden smart auch für den Twingo genutzt werden wird.

Insgesamt werden die beiden smart Modelle ein gemeinsames Familiengesicht bekommen, beide Wagen behalten dabei aber ihre eigene Identität. Dabei wird das Design des Viersitzers wirklich sehr emotional. Beide Fahrzeuge werden auch eine komplett neue Farbpalette mit außergewöhnlichen und frischen Farben haben.

Wir haben auch großen Wert auf das Interieur gelegt. Das war mir persönlich besonders wichtig, da der Fahrer heute immer mehr Zeit im Auto verbringt und die smart Kunden ja auch viel Wert auf Individualisierung legen. Ohne zu viel zu verraten: Das Interieur der neuen smart wird ein absolutes Highlight, es wird die Menschen begeistern.

In unserem neuen Showcar auf der IAA, dem smart fourjoy, setzen wir bestimmte Elemente des neuen Designs schon mal um, damit wir Reaktionen der Community darauf bekommen. Diese Reaktionen und Meinungen sind uns sehr wichtig, die fließen dann direkt in Design und Entwicklung mit ein.

sp: Wie lauten die internen Modellbezeichnungen der beiden neuen Modelle?

AW: Der forfour wird W453, der fortwo C453 heißen. Dies orientiert sich an der bei Daimler und Mercedes typischen Namensgebung.

sp: Werden fortwo und forfour als Handschalter kommen, und wenn ja, woher kommt der Sinneswandel? Und was ist dran an den Gerüchten eines optional erhältlichen Doppelkupplungsgetriebes (DCT)?

AW: Da muss ich Sie momentan noch vertrösten. Aber ich kann Ihnen versichern: Sie werden unter den Ersten sein, die etwas dazu erfahren.

sp: Warum bringt smart den escooter? Ist diese Fahrzeugkategorie nicht zu banal, um ein echter smart zu sein? Und wann wird der escooter in der Serienvariante präsentiert?

AW: Der smart scooter wird unser E-Portfolio perfekt ergänzen! Wir sehen in jedem Fall das Potential für ein Fahrzeug zwischen fortwo und ebike, um mit unserem innerstädtischen Mobilitätskonzept alle möglichen Situationen abzudecken. Im Moment wird der Markt von günstigen Elektrorollern dominiert, wir wollen uns aber mit einem ausgereiften Produkt auf dem High-End Markt positionieren. Das ist einer der Gründe, warum der escooter voraussichtlich erst 2015 auf den Markt kommen wird. 2014 wird das Jahr des fortwo und des forfour, darauf wollen wir zunächst mal alle Kräfte konzentrieren.

sp: Würde nicht ein unkonventionelleres, neuartiges Fahrzeug besser zur Marke smart passen? Wir denken da an etwas in Richtung Twizy oder z.B. Segway?

AW: Wir haben grundsätzlich großes Interesse, neuartige Fahrzeuge herauszubringen. Ich denke da z.B. an das smart electric board (Eine Art elektrisch betriebener Kick-Roller), mit denen die Formel 1 Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg auf dem Nürburgring ein paar Runden gedreht haben. Die Beiden hatten so viel Spaß bei ihren Wettfahrten, dass wir Angst hatten,  dass sie sich so kurz vor dem Rennen noch verletzen könnten. (lacht)

Solche unkonventionellen Produkte sind in Serie nur leider sehr aufwändig umzusetzen, da wir uns, gerade in Deutschland, mit einer Vielzahl von Vorschriften und Regeln auseinandersetzen müssen.

Ein Beispiel: Das Einzige, was ich mir für meinen smart noch zusätzlich wünschen würde, ist ein Kleiderhaken an der Rücklehne. Wie ich von unseren Ingenieuren erfahren habe, ist das aber nicht so einfach umsetzbar. Der Abstand vom Haken zum Kopf darf gewisse Werte nicht unterschreiten, wir müssen betrachten, wie sich die Position des Hakens zu allen möglichen sicherheitsrelevanten Teilen verhält, und und und. Und hier geht es “nur” um einen Kleiderhaken! Die Hürden bei einem komplett neuen Fahrzeugtyp sind ungemein höher.

Ganz grundsätzlich stehen wir weiteren Fahrzeugen also wirklich positiv gegenüber. Jedoch konzentrieren wir uns derzeit voll auf die anstehenden Fahrzeuge.

sp: Kommen die mit dem forvision erstmals gezeigten Kunststoff-Felgen mit den neuen Modellen?

AW: Ich habe das Thema Kunststofffelgen zwar noch nicht ganz aufgegeben, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sie nicht kommen. Neben technischen Hürden ist die Herstellung derzeit einfach noch extrem kostspielig. Aber unsere Modelle werden andere tolle und besondere Details haben – Sie können sich auf eine sehr schicke neue Generation freuen…

Wir danken Frau Dr. Winkler, dass sie sich fast eine Stunde für uns Zeit genommen hat, obwohl sie gerade während der smart times die wohl gefragteste Gesprächspartnerin ist. Es war in jedem Satz zu hören, mit wie viel Begeisterung und Herzblut sie bei der Marke smart ist. Dabei spricht sie die Sprache der smart-Begeisterten und verzichtet auf das übliche Marketing-Gerede.

Überraschenderweise gibt es eine Menge smart-Fans, die jeder Neuerung negativ gegenüber stehen. Der 451 ist zu lang, nur der 450 ist der smart, wenn es keinen CDI mehr gibt, kaufe ich keinen smart mehr, und so weiter. Einige wünschen sich scheinbar, smart würde sich eben nicht weiterentwickeln. Also sprach Dr. Winkler uns aus der Seele als sie sagte: Stehen Sie Neuem offen gegenüber und freuen sie sich auf die neuen Fahrzeuge.” Oder mit anderen Worten: smart – open your mind.

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