Probegefahren: smart EQ fortwo cabrio

Lautlos über die Straßen gleiten und dabei die Sonne in Gesicht strahlen lassen, das smart EQ fortwo cabrio machts möglich! Für euch sind wir auf elektrische Testfahrt gegangen.

Außer dem Namen und ein paar Badges am Auto hat sich mit der Umbenennung von electric drive zu EQ nicht viel geändert, wir haben es zum Anlass genommen und für 1 Woche komplett auf den Verbrenner (aktuell 451 BRABUS cabrio) verzichtet und uns komplett elektrisch bewegt. Mit allen Höhen und Tiefen die man mit der Ladeanzeige oder den Tankstellen erleben kann. Aber zuerst zum Gesamteindruck des cabrios.

Gesamteindruck

Im Grunde ein normales cabrio, Unterschiede sind lediglich an kleinen Badges vorne und hinten und nach öffnen des Tankdeckels erkennbar – ach und wenn man sich für ein E auf dem Kennzeichen entscheidet, sonst ein ganzer 453. Der gleiche kompakte Wendekreis der in der Stadt einfach unendlich viel Spass macht in diesem Fall aber gepaart mit einem lautlosen Elektromotor. An das lautlose Fahren muss man sich tatsächlich gewöhnen aber eher im positiven Sinne – es ist sogar irgendwie entspannend. Mein erster Griff nach dem Start war allerdings links unten ans Armaturenbrett, wo sich sonst der Knopf für Start-Stop-Automatik versteckt ist beim EQ der Taster für die „Geräuschkulisse“, soll heißen normalerweise macht der EQ ein Geschwindigkeitsabhängiges Geräusch wie eine Art Ufo, welches nach außen zu hören ist um für Fußgänger besser hörbar zu sein. Betätigt man diesen Taster und schaltet das Geräusch ab, ist der kleine wirkliche nahezu lautlos – ein wirklich entspannendes Gefühl.

Reichweite & Verbrauch

Die meisten von euch haben über Facebook gefragt wie weit er denn nun wirklich kommt mit einer Ladung. Laut Herstellerangaben sollen es ja 155km sein, ohne es bis auf den aller letzten Kilometer getestet zu haben scheint mir dies aber tatsächlich kein unrealistischer Wert. Nach einer längeren Fahrt wechselnd mit Strecken in der Stadt, auf dem Land und auf der Autobahn (teilweise sogar mit Stau) hatte der Testwagen nach rund 100km noch ca. 30% Restladung – das kann sich sehen lassen, zumindest im Vergleich zur Herstellerangabe. Persönlich bin ich weiter der Meinung – auch wenn es die Statistiken widerlegen – ein smart braucht 400km elektrische Reichweite.

Der Verbrauch hingegen erschien mir laut Bordcomputer doch relativ hoch, zeitweise standen trotz keinerlei Verbraucher wie Klimaanlage o.ä. konstant 17kWh/100km auf der Uhr, das ist leider doch etwas weg von den angegebenen 13kWh.

Laden

Der Testwagen war mit dem erst seit Mai erhältlichen 22kW-Lader ausgestattet – bis auf wenige Ausnahmen eine wahre Freude! Passende Ladesäule gefunden, Kabel eingesteckt lädt das kleine Cabrio in ca. 45min komplett voll. Eine Zeitspanne die man während eines Einkaufs oder im Restaurant locker in den Alltag integrieren kann. Wichtig ist allerdings genau das, es in den Alltag zu integrieren erfordert ein Umdenken und aktuell auch noch Geduld und techn. Interesse.

Aus der Kategorie G’schichten von der Ladensäule ein paar Erlebnisse aus der Woche:

Die erste Ladung in einem Parkhaus in grünen Tübingen kein Problem eine 22kW-Säule war direkt frei und nach einem Spaziergang durch die Innenstadt war der EQ wieder bei 100%, bezahlen musste man nur die Parkgebühr und die Säule wurde via RFID-Chip aktiviert der direkt mit einem Seil an der Säule befestigt war.

Bei meinem Arbeitgeber an meinem Standort scheint man noch nicht ganz darauf vorbereitet zu sein, zwar befinden sich im Parkhaus 4 Ladesäulen mit insg. 8 Parkplätzen und Möglichkeiten zum laden, hier findet man auch direkt immer noch einen Parkplatz in guter Lage. Jetzt kommts, die Säule muss via App freigeschalten werden, die gennanten „ID’s“ aus der App finden sich allerdings nicht auf der Säule wieder, los geht das fröhliche Ratespiel. Mir wurde aber versichert das die ID’s bald angebracht werden. – An einem anderen Standort meines Arbeitgebers waren die Säulen entsprechend markiert und alles funktionierte tadellos.

Ein paar Tage später wollte ich die o.g. Säule in Tübingen nochmals anfahren, leider waren dann alle drei Säulen belegt und ich musste wohl oder übel wiedr ausfahren. Obwohl ich nichtmal geparkt hatte durfte ich bei der Ausfahrt allerdings 70cent Parkgebühren abdrücken – aber es geht noch weiter. Ganz in der nähe bei einem Einkaufszentrum sollte es angeblich auch eine 22kW Säule geben. Erstens entpuppte diese sich als 11kW-Säule und zweitens war der eine Steckplatz belegt und der andere von einem Nicht-Stromer zugeparkt. Da der fortwo ja klein und wendig ist – schnell um die Autos herumgefahren und unerlaubterweise von der anderen Seite versucht zu laden. Eine RFID-Karte ist notwendig, „diese bekommen Sie an der Information“, grummelnd wollte ich zur Info laufen als mich der nette Stromerkollege mit seinem Volvo ansprach und sagte „Kein Problem, mit meiner Karte sollte es gehen“, Tatsache! angesteckt und weiter ins Restaurant, nach guten 40min zurück gekommen war die Ladeanzeige auf gute 80% geklettert, das Einkaufszentrum war kurz vor Ladenschluss entsprechend schön leer war es überall, allerdings bekam ich mein Kabel nicht mehr aus der Säule, eine RDID-Karte war notwendig zum auslösen, der Kollege mit schwedischer Vorliebe war natürlich weg, also rein zur Info eine Karte besorgt. „keine Berechtigung“ Mist! Es wird die selbe! Karte benötigt mit der man den Ladevorgang beginnt. 20min und 5 Telefonate später kam dann der Marktleiter mit einem Schlüssel für die Säule und konnte mein Kabel notauslösen. Puh!

Wie man sieht herrscht hier nich etwas Chaos, verschiedene Säulen von verschiedenen Anbietern, die dann manchmal nur weniger-gut funktionieren und da ganze für einen Laien doch relativ komplex und aufwendig machen.

Meinung

So genial das lautlose fahren auch ist, so emotionslos ist es für einen petrolhead wie mich, in meinem 451 BRABUS cabrio nickt man beim Gänge einlegen , es knattert aus dem Heck und auch wenn er sich beim Anlassen man verschluckt, genau das macht ihn aus! Authentisch, sympathisch, ehrlich und voller Emotion. Der EQ ist das Gegenteil, ohne ein Schaltzucken, ohne jedes Geräusch beschleunigt er bei Bedarf auf abgeriegelte 130km/h und beim „anlassen“ bekommt man nur ein Piepton und ein „ready“ im Display. Willkommen in der emotionslosen Zukunft. Trotzdem macht es natürlich Spass! Der Antritt ist ein Fest und das Fahrwerk sowie die Verarbeitung bis auf kleinere Ausnahmen wie das media-System sind ebenfalls super! Natürlich ist er noch etwas teuer im Vergleich zum Benziner aber die Richtung für die Zukunft ist klar und gut so.

Veröffentlicht von Martin Baitinger

Martin ist Blogger bei smartpit.de und diversen anderen Blogs. Gründer der smart forfour Community 44forum.de und smart enthusiast der ersten Stunde.

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