Heute ist es so weit: Der smart #2 feiert in Paris seine Weltpremiere, und ich bin live dabei. Knapp 30 Jahre nachdem das ursprüngliche smart Zweisitzer-Konzept vorgestellt wurde, bringt smart den Zweisitzer als vollelektrische, zeitgemäße Neuinterpretation zurück. Viele von uns kennen ihn schlicht als „den fortwo“.

Kompakt wie eh und je: Wheels-at-the-Corner

Der smart #2 bleibt der Idee treu, die den Zweisitzer seit der ersten Generation prägt: Die Räder sitzen ganz außen in den Ecken („Wheels-at-the-Corner“), wodurch der Innenraum auf kleinstem Fußabdruck maximal ausfällt. Mit 2.746 mm Länge ist er ein echter Stadtflitzer, und der Wendekreis von 6,95 Metern (Bordstein zu Bordstein) soll enge Gassen und knappe Parklücken entspannt machen.

Ein paar der Zutaten, die den ersten fortwo auf Anhieb unverwechselbar machten, kehren in moderner Form zurück: die zweifarbige Karosserielackierung und die geteilte Heckklappe.

MaßWert
Länge2.746 mm (Couture Edition: 2.764 mm)
Breite mit Außenspiegeln1.939 mm
Höhe1.555 mm
Radstand1.875 mm
Wendekreis6,95 m
Kofferraum305 l, maximal 527 l
Leergewicht / Zuladung1.140 kg / 205 kg

Der Vergleich mit dem fortwo der Baureihe 453

Im Vergleich zum letzten fortwo (Baureihe 453) kennt, dem fallen vor allem zwei Dinge auf: Der Wendekreis bleibt auf Bestwert-Niveau, die Länge wächst nur minimal.

Maßfortwo (453)smart #2Unterschied
Länge2.695 mm2.746 mm+51 mm
Radstand1.873 mm1.875 mm+2 mm
Höhe1.555 mm1.555 mmidentisch
Wendekreis6,95 m6,95 midentisch
Kofferraum260–350 l305–527 lmehr Volumen
Batterie (fortwo EQ)17,6 kWh35,8 kWhmehr als doppelt so groß
Motorleistung (fortwo EQ)60 kW60 kWidentisch

Der #2 ist also nur gut fünf Zentimeter länger als sein Vorgänger, der Radstand wächst um zwei Millimeter, und selbst der Wendekreis von 6,95 Metern entspricht exakt dem des 453. Mehr Stauraum und eine doppelt so große Batterie kommen praktisch ohne weiteren Platzbedarf dazu.

Mein erster Eindruck aus einem Fotostudio in Stuttgart, wo ich den smart #2 vorab schon anschauen durfte sind in jedem Fall klar, smart hat alle Zutaten die einen fortwo ausmachen mit ins Joint Venture zu Geely genommen und dann gemeinsam wieder einen fortwo gebaut, welcher alle Kritikpunkte die es noch bei einem EQ-Modell mit zu geringer Reichweite aus der damaligen Renault Kooperation ausmerzt.

Technik: neue ECA-Plattform, Hinterradantrieb, LFP-Batterie

Im Mittelpunkt steht die neu entwickelte Electric Compact Architecture (ECA), die speziell für den Zweisitzer konzipiert wurde. Ein 60-kW-Elektromotor an der Hinterachse treibt die Hinterräder an und liefert 130 Nm Drehmoment. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h, den Spurt von 0 auf 100 km/h gibt smart mit 11,6 Sekunden an. Hinten sind breitere Reifen (205/45 R16) montiert als vorn (185/50 R16), was Stabilität und Fahrdynamik verbessern soll.

Die Batterie nutzt Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) und fasst 35,8 kWh. Daraus ergibt sich eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 290 km, wobei smart diesen Wert noch als Zielwert kennzeichnet. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 13,6 kWh/100 km.

LadenLeistung10 auf 80 %
DC (alle Linien)bis 65 kWca. 20 Minuten
AC dreiphasig (Pure+, Premium, Couture Edition)bis 11 kWca. 3 Stunden
AC einphasig (nur Pure)bis 7,4 kWca. 5 Stunden

Neu für die Marke ist außerdem Vehicle-to-Load (V2L): Der smart #2 kann kompatible externe Elektrogeräte mit Strom versorgen. Dafür ist ein spezielles Zubehör nötig, das separat erhältlich ist, und die Funktion steht ausschließlich an einer Typ-F-Steckdose zur Verfügung.

Fahrwerk und Sicherheit: Fünflenker-Hinterachse und die neue Tridion Cell Evo

Für mich als jemanden mit Faible für Fahrdynamik ist das spannendste Detail die hintere Fünflenker-Einzelradaufhängung. Sie ist laut smart eine Premiere in dieser Fahrzeugklasse. Zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt durch die im Fahrzeugboden verbaute Batterie soll sie eine direkte Lenkgeometrie, sportlicheres Handling und gleichzeitig mehr Komfort ermöglichen, in der Stadt ebenso wie auf der Autobahn.

Dr. Tilo Schweers, Vice President R&D Europe, betont, dass bei einem so kompakten Auto jedes Detail abgestimmt werden muss, von den Fahrwerksanbindungspunkten über die Lenkübersetzung bis zur Reifenmischung. Getestet wurde der smart #2 nach Angaben von smart auf Teststrecken, in Windkanälen und auf öffentlichen Straßen bei unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen.

Bei der Sicherheit setzt der #2 auf die Tridion Cell Evo, die nächste Generation der bekannten Tridionzelle, die den smart seit dem allerersten Modell 450 aus 1998 auszeichnet. Sie bildet eine robuste Struktur um die Fahrgastzelle, ohne die Abmessungen zu vergrößern.

Dazu kommen sieben Airbags (Front, Far-side, Seiten und Kopf-Schulter-Vorhänge) sowie ein umfangreiches Assistenzpaket: smart Pilot Assist, adaptiver Tempomat (ACC) mit Stop-and-Go-Funktion und Highway Assist, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner und Verkehrszeichenerkennung, Parksensoren und Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer mit automatischem Fernlichtassistenten

Innenraum und Ausstattungslinien

Im Innenraum setzt der smart #2 auf eine durchgehende Sitzanordnung im Sitzbankstil und ein S-förmiges Cockpit, welches uns an den 450 smart erinnert. Ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay und ein 8,8-Zoll-Fahrerdisplay bieten 4G-Konnektivität, WLAN und Bluetooth, unterstützt von einem achtjährigen Connectivity Package. Ein besonderes Detail ist der „smart Pillar“ im Armaturenbrett, an dem sich kleine Gadgets befestigen lassen.

In Europa startet der smart #2 mit drei Kernlinien, ergänzt durch eine limitierte Edition:

LinieCharakterAusstattung (Auswahl)
PureEinstiegV2L, Assistenzpaket, LED-Scheinwerfer, 15-Zoll-Räder, einphasiges 7,4-kW-AC-Laden
Pure+Mehr Komfort beim LadenWie Pure, dazu 11-kW-AC-Laden und beheizbarer Fahrersitz
PremiumDas KomfortpaketGlasdach (Panoramic Halo Roof), beheizbare Kunstledersitze, beheizbares Lenkrad, Ambientebeleuchtung, Sennheiser-Soundsystem mit 7 Lautsprechern, 16-Zoll-Räder, Zweifarblackierungen
Sondermodell: Couture EditionLimitiert auf 999 Exemplare in EuropaAtelier White Matt mit Dach in Platinum Gold, 16-Zoll-Lyra-Felgen mit goldfarbenen Details, volle Premium-Ausstattung inklusive Navigation und kabellosem Laden, nummeriertes Badge „1 of 999“ im Innenraum

Bei den Farben bieten Pure und Pure+ jeweils drei Töne, der Premium deutlich mehr Kombinationen. Die Couture Edition gibt es nur in ihrer Sonderlackierung.

Fazit und Ausblick

Der smart #2 greift die Zweisitzer-Idee wieder auf: ultrakompakt, mit Wheels-at-the-Corner-Architektur, Hinterradantrieb und einer Fünflenker-Hinterachse, die es in dieser Klasse bisher nicht gab. Mit 35,8 kWh, bis zu 290 km WLTP-Reichweite (Zielwert) und 65 kW DC-Laden ist er klar für die Stadt gedacht, der V2L-Anschluss und die Autobahn-Assistenten erweitern das Einsatzfeld.

Offen bleibt, wie sich die Zahlen nach Abschluss der Homologation bestätigen und wie sich der #2 im Alltag fährt. Mit dem Einstiegspreis ab 19.990 € hat smart sein Ambitioniertes Ziel unter 20.000 € zu bleiben erreicht. Die Preise aller Linien und alle Infos zum Bestellstart ab dem 13. Oktober 2026 gibt es in einem eigenen Beitrag hier auf smartpit.de.