Es ist offiziell der nächste Meilenstein auf dem Weg zur Weltpremiere im Herbst: smart hat das smart Concept #2 bei einer exklusiven Veranstaltung in Rom erstmals in Europa gezeigt – und ich war live dabei. Während smart in der Pressemitteilung vor allem das Innenraumkonzept und technische Details zur neuen Electric Compact Architecture (ECA) vorgestellt hat, konnte ich mir die Plattform und das Exterieur-Design der Studie aus nächster Nähe ansehen. In diesem Post bekommt ihr beides: die offiziellen Fakten von smart, und meine ganz persönlichen Eindrücke direkt aus den Gassen Roms.

Die offizielle Ankündigung: Was smart in Rom gezeigt hat – und warum Rom?

Die Wahl des Veranstaltungsortes war kein Zufall. Die engen Gassen der italienischen Hauptstadt sollten genau das urbane Umfeld widerspiegeln, für das ein smart-Zweisitzer seit jeher konzipiert ist. smart betont in der Pressemitteilung, dass auch heute noch mehr als zwei Millionen smart Fahrzeuge früherer Generationen in europäischen Städten und darüber hinaus im Einsatz sind – ein schönes Detail für alle, die wie ich seit Jahren ein Herz für die Baureihen 450, 451 und 453 haben. Und es stimmte, auf dem Weg durch Rom konnte man wirklich an jeder Straßenecke einen smart fortwo sehen, meistens allerdings 453 Verbrenner.

Florian Nemitz, CEO smart Deutschland, betonte in seinem Statement die besondere Verbindung zwischen smart und deutschen Städten:

Laut Nemitz waren Städte wie Berlin, Hamburg oder München schon immer die Heimat des smart Zweisitzers, und allein in Deutschland seien noch heute über 300.000 smart fortwo zugelassen. Mit dem smart Concept #2 werde nun das nächste Kapitel in der Neugestaltung dieses ikonischen Fahrzeugkonzepts aufgeschlagen.

Die ECA-Plattform sei dabei das technologische Herzstück, das Innenraumkonzept zeige die Philosophie hinter dem kommenden smart #2 – und mit diesem Meilenstein wachse die Vorfreude auf die Weltpremiere im Herbst, so Nemitz weiter.

Das Designprinzip: „Function becomes Fashion“

Das smart Concept #2 soll die Designrichtung des kommenden Serienmodells verkörpern. Laut smart spiegeln die Proportionen, das zweifarbige Farbkonzept, die rahmenlosen Türen und die präzise ausgearbeiteten Oberflächendetails alle ein gemeinsames Leitprinzip wider: „Function becomes Fashion“.

Klingt erstmal nach einem griffigen Marketing-Slogan, und ehrlich gesagt ist es das auch ein bisschen. Denn dass smart zum Fashion-Statement wurde, lag historisch gesehen nie daran, dass die Designer das vorher so geplant hatten – sondern daran, dass die Community den fortwo dazu gemacht hat. Die zweifarbige Optik, die robusten Materialien, das pragmatische Grundkonzept: Das war einfach praktisch und ehrlich gestaltet, und genau dadurch ist daraus über die Jahre ein Kultobjekt geworden. „Fashion“ war beim 450 eher Ergebnis als Ausgangspunkt.

Schaut man sich aber an, was hinter dem Slogan beim Concept #2 konkret steckt, wird es trotzdem spannend: zweifarbiges Farbkonzept, rahmenlose Türen, präzise ausgearbeitete Oberflächen. Wenn diese Elemente am Ende genauso alltagstauglich und ehrlich funktionieren wie früher, dann darf die Community gerne wieder selbst entscheiden, ob daraus ein Fashion-Statement wird – statt dass es ihnen vorab so verkauft wird.

Dazu passt auch die aktuelle Designphilosophie von smart, die unter dem Claim „Love, Pure, Unexpected“ läuft. Für mich ist das im Kern eine Weiterentwicklung von „reduce to the max“ aus den frühen 2000ern – nur halt mit neuem Anstrich. Die Grundidee, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren („Pure“), finde ich nach wie vor stark und absolut smart-typisch. Was mich aber etwas stutzig macht: Das Concept #2 selbst ist in Weißmatt mit goldenen Akzenten lackiert. Konsequent „pure“ gedacht, hätte man auf genau dieses Gold und Bling-Bling eigentlich verzichten und sich noch klarer aufs Wesentliche konzentrieren können. Ob das am Ende nur eine Show-Car-Spielerei für Rom war oder tatsächlich Richtung Serie geht, wird sich zeigen – aber rein philosophisch beißt sich das für mich ein kleines bisschen mit dem eigenen Anspruch.

Das Innenraumkonzept: Eine durchgehende Sitzbank und S-Form-Cockpit

Im Mittelpunkt der Innenraum-Präsentation standen drei zentrale Elemente:

  • eine durchgehende Sitzbank
  • ein Cockpit-Design nach dem S-Form-Prinzip
  • eine konsequent effiziente Raumnutzung

Laut smart hebt die durchgehende Sitzbank die herkömmliche Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer auf und schafft dadurch ein Gefühl von gemeinsamem Raum – großzügig, offen und einladend, selbst bei einer ultrakompakten Grundfläche. Das S-förmige Cockpit soll dabei für intuitive Bedienung, klare Orientierung und maximale Raumeffizienz sorgen. Das Ziel: Kompaktheit nicht als Einschränkung, sondern als eigene Qualität zu inszenieren, bei der jede Entscheidung sowohl der Funktion als auch der Form dient.

Die ECA-Plattform: Technisches Herzstück des smart #2

Die Electric Compact Architecture, kurz ECA, wurde vollständig von den internationalen smart Entwicklungsteams entwickelt und bildet die technische Basis für den kommenden smart #2. Sie folgt einem klaren Grundsatz: minimale Außenmaße bei maximalem Platz für die Passagiere.

Die wichtigsten technischen Eckdaten im Überblick:

MerkmalWertStatus
Wendekreis6,95 m (Bordstein zu Bordstein)
Batteriekapazität35,7 kWhZielwert
Reichweite (WLTP)rund 300 kmangestrebt, noch nicht zertifiziert
DC-Schnellladung 10–80 %unter 20 Minutenvorläufig
Radstand (Plattform, modular)1.875 mm bis über 2.500 mmPlattformangabe
HinterachseFünflenker-Einzelradaufhängung

Besonders der Wendekreis von nur 6,95 Metern ist bemerkenswert: smart vergleicht diesen explizit mit der Agilität des smart Zweisitzers der letzten Generation – also direkt mit 450/451/453. Damit bleibt die ECA-Plattform der Grundidee treu, die schon den fortwo zur Stadt-Legende gemacht hat: maximale Manövrierfähigkeit auf engstem Raum.

Auch beim Thema Sicherheit knüpft smart bewusst an die eigene Geschichte an: Die Tridion-Zelle, vielen von uns aus den fortwo-Generationen bekannt, kehrt in einer neuen, weiterentwickelten Version zurück. Ziel ist es laut smart, kompakte Außenmaße mit einer robusten Struktur und modernen Sicherheitsanforderungen zu verbinden – Sicherheit soll unabhängig von der Fahrzeuggröße oberste Priorität haben.

Kurze Überhänge, eine kompakte technische Anordnung und der klare Fokus auf das vollelektrische Fahrwerk bilden laut smart die Grundlage für das offene Innenraumkonzept – Plattform und Innenraumdesign sind hier also direkt miteinander verzahnt.

Meine Eindrücke vor Ort in Rom

Jetzt zum spannenden Teil – meinem persönlichen Eindruck von der Veranstaltung.

Das Exterior-Design: Erste Europapremiere

Ich hatte das Glück, mir das smart Concept #2 im Rahmen seiner ersten Europapremiere direkt vor Ort anzuschauen und konnte einige eigene Fotos machen. Die Proportionen wirken in echt noch konsequenter als auf den bisherigen Pressebildern – kurz, kompakt, aber mit einer Präsenz, die definitiv nicht „klein“ wirkt.

Die Sitzbank und das Cockpit

Bei der Innenraum-Präsentation durften leider keine eigenen Fotos gemacht werden – hier musste ich mich auf das offizielle Skizzenmaterial von smart verlassen, das ich oben schon eingebunden habe. Trotzdem konnte ich mir das Konzept der Sitzkiste im Detail erklären lassen, und meine Meinung dazu ist durchweg positiv:

Die durchgehende Sitzbank ist für mich eine richtig coole Idee. Sie wirkt auf den ersten Blick ungewohnt – man kennt von modernen Autos eher die strikte Trennung zwischen Fahrer- und Beifahrersitz – aber gerade in einem so kompakten Zweisitzer ergibt das gemeinsame Sitzgefühl tatsächlich Sinn. Es fühlt sich weniger nach „zwei einzelnen Sitzen“ und mehr nach einem durchdachten, gemeinsamen Raumkonzept an.

Und dann ist da noch das S-förmige Cockpit-Design. Hier musste ich beim ersten Anblick der Skizzen direkt an den smart fortwo der Baureihe 450 denken – die geschwungene, organische Linienführung des Armaturenbretts erinnert stark an das ikonische Cockpit-Design des Ur-fortwo. Für mich als Fan der frühen Baureihen ist das ein richtig schönes Detail: smart greift hier ganz bewusst ein Designelement auf, das den 450 damals schon einzigartig gemacht hat, und überträgt es in ein modernes Gewand.

Plattform und Konzept im Vergleich zu den Baureihen 450/451/453

Auch technisch gibt es spannende Parallelen zu den alten Baureihen. Der Wendekreis von 6,95 Metern, den smart selbst mit der Agilität des „Zweisitzers der letzten Generation“ vergleicht, zeigt: Das Grundversprechen von smart – maximale Wendigkeit in der Stadt – bleibt auch in der elektrischen ECA-Ära bestehen. Wer wie ich mal einen 450 oder 451 durch eine enge Innenstadt-Parklücke gezirkelt hat, weiß, wie viel dieses kleine Detail im Alltag ausmacht.

Auch das Zweisitzer-Konzept selbst ist natürlich die direkte Fortsetzung dessen, was den fortwo seit 1998 ausmacht: ein Auto, das konsequent für die Stadt gedacht ist, nicht „kompromittiert für zwei“, sondern von Grund auf für zwei Personen plus Gepäck designt. Die ECA-Plattform setzt diese Philosophie fort, nur eben jetzt komplett elektrisch und mit modernster Zelltechnologie.

Was Händler und Kunden smart wirklich wichtig war

Hier noch ein Detail, welches ich aus den verschiedenen Gesprächen Vorort mitbekommen habe: Bereits Anfang 2025 gab es offenbar ein Event mit Händlern und Kunden, bei dem smart ganz gezielt abgefragt hat, was den Leuten am fortwo besonders wichtig ist. Genannt wurden dabei unter anderem der Wendekreis, die generelle Praktikabilität – aber auch ein Detail, das ich persönlich nicht erwartet hätte: die getrennte Heckklappe, also die Scheibe, die separat nach oben aufklappt, während die untere Klappe für sich nach unten geht.

Offiziell bestätigt ist das nicht, aber wenn smart genau dieses Feedback aktiv eingeholt hat, würde ich daraus schließen, dass die geteilte Heckklappe beim smart #2 durchaus wieder ihren Weg zurückfinden könnte. Für mich wäre das ein schönes Beispiel dafür, wie sehr smart hier offenbar wirklich auf die eigene Community hört, statt nur auf dem Papier von „Function becomes Fashion“ zu sprechen. Denn das Concept #2 hat keine geteilte Heckklappe.

Was ist noch nicht final?

Bei allem Enthusiasmus gehört zur Transparenz auch dieser Abschnitt – einiges an diesen Informationen ist (noch) vorläufig:

  • Batteriekapazität (35,7 kWh)Reichweite (rund 300 km WLTP) und Ladezeit (10–80 % in unter 20 Minuten) sind laut smart vorläufige Zielwerte. Das Fahrzeug durchläuft derzeit das EU-Zulassungsverfahren (Homologation), die Angaben unterliegen also der endgültigen Zulassung.
  • Die WLTP-Reichweite ist noch nicht zertifiziert – es handelt sich um Schätzwerte.
  • Das smart Concept #2 selbst ist ein Konzeptfahrzeug, das nicht zum Verkauf angeboten wird. Es zeigt die Designrichtung und das technische Grundgerüst, aber nicht zwangsläufig 1:1 die finale Serienausstattung.
  • Das auf den offiziellen Pressebildern gezeigte Fahrzeug kann Sonderausstattungen enthalten, die später nicht in allen Märkten oder nur gegen Aufpreis verfügbar sein werden.
  • Sobald das EU-Zulassungsverfahren abgeschlossen ist, will smart die offiziellen, finalen Werte über die üblichen Kanäle veröffentlichen.

Kurz gesagt: Das große Bild – Plattform, Designsprache, Sicherheitskonzept – steht. Bei den exakten Zahlen lohnt sich aber definitiv ein zweiter Blick, sobald die Homologation abgeschlossen ist.

Fazit

Mit dem smart Concept #2 zeigt smart in Rom einen weiteren, wichtigen Schritt auf dem Weg zur Weltpremiere im Herbst. Die ECA-Plattform bringt mit Wendekreis, Tridion-Zelle und modularem Aufbau genau die Werte mit, die man von einem echten smart-Nachfolger erwartet – und das Innenraumkonzept mit durchgehender Sitzbank und S-förmigem Cockpit fühlt sich für mich nach einer würdigen, modernen Interpretation der fortwo-DNA an.

Ich bin jedenfalls jetzt schon richtig gespannt auf die Weltpremiere im Herbst – und werde euch hier auf smartpit.de natürlich auf dem Laufenden halten, sobald es neue Infos gibt.

Bildquellen: Eigene Aufnahmen vom Event in Rom (Exterior-Design) sowie offizielles Skizzenmaterial von smart (Innenraumkonzept). Technische Angaben und Zitate basieren auf der offiziellen Pressemitteilung und dem Fact Sheet von smart Europe GmbH, Stand 22.06.2026.