Toyota iQ im Test – Fahreigenschaften

Nachdem ich hier meinen ersten Eindruck vom Toyota iQ geschildert habe, und hier Interieur und Exterieur dargestellt habe, möchte ich nun auf die Fahreigenschaften eingehen.

OK, wie fährt sich der iQ? In meinen Augen weich, bequem und langweilig. Die stufenlose Automatik verrichtet kommentarlos ihr Werk, bei mäßiger Beschleunigung im “Eco-Modus” gibt der Motor ein ruhiges Brummen von sich und trotz des kurzen Radstandes ist der iQ sehr weich gefedert. Mit dem iQ durch die Stadt zu fahren ist bequem und komfortabel. Alle, die gern auch mal etwas sportlicher fahren, brauchen ab hier nicht mehr weiterzulesen.

Zur Erinnerung, wir fahren die 68 PS-Benziner-Variante (50kW), dies ist auch gleichzeitig die kleinste Motorisierung, die Toyota für den iQ anbietet. Die Beschleunigung ist bis ca. 80 km/h ganz ordentlich, die stufenlose Automatik schiebt den iQ gleichmäßig voran. Ab ca. 80 km/h kommt allerdings die kleine Motorisierung zur Geltung, an Überholmanöver oder kräftiges Beschleunigen ist hier nicht mehr zu denken. Für den normalen Stadtverkehr ist diese Motorisierung sicher ausreichend, das Multifunktionsdisplay verrät mir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 30 km/h auf meiner Fahrt durch Köln zur Arbeit. Wer gerne auch mal ne Runde auf der Autobahn fährt, oder allgemein sportlicheres Fahren bevorzugt, sollte dringend eine stärkere Motorisierung wählen.

Ich habe die Beschleunigung mal gefilmt, leider war der Idiot Mitmensch vor mir der Meinung, 80 in ner 100er-Zone zu fahren, danach ergab sich keine Möglichkeit mehr, nen Beschleunigungstest durchzuführen.

Aber kann man mit dem iQ überhaupt sportlich fahren? Da kann ich nur ein klares, eindeutiges Jain sagen. Die Automatik bietet einen normalen Drive-Modus, Toyota hat die Motorsteuerung/Automatik voll auf Spritsparen getrimmt. Der Motor läuft im möglichst niedrigen Drehzahlbereich. Hätte man ein Schaltgetriebe würde man instinktiv runterschalten, weil der Motor für meinen Geschmack teilweise zu niedrig dreht. Tritt man das Gaspedal durch, greift der “Kick-Down” und der Motor kann hochdrehen. Sobald man wieder normal Gas gibt, schaltet das Getriebe wieder stufenlos hoch.

Allerdings gibt es noch eine Sport-Schaltung. Hier wird stets im mittleren Drehzahlbereich gefahren, bei starkem Beschleunigen werden die Gänge ausgefahren. Und genau hier ist Vorsicht geboten. Wenn man nur etwas zu schnell in eine Kurve fährt, untersteuert der iQ stark. Obwohl ich hier noch keine Vergleiche zum smart ziehen möchte, die Abstimmung des fortwo ist hier ausgewogener. Da der iQ um einiges weicher gefedert ist als der smart fortwo und die Räder am Testwagen eher an Schubkarrenräder erinnern, wollen wir mal davon ausgehen, dass dies die Gründe für das Untersteuern sind.

Schlimmer ist allerdings das nervöse Heck. Beim Zick-Zack-Fahren schwimmt der iQ (durch die weiche Federung) auf und irgendwann bricht das Heck aus. In meinen Augen ist also sportliches Fahren nicht die Stärke des iQ. Dafür ist er eben einfach nicht ausgelegt. Weiche Federung, bequeme Sitze, eine etwas schwammige Lenkung – der iQ ist für Leute gedacht, die ruhig und komfortabel von A nach B kommen möchten.

Ein Problem sehe ich bei den Bremsen. Vielleicht ist es dem Testwagen geschuldet, der trotz erst über 4.000 km auf der Uhr sicher schon einiges erleiden musste. Aber das Bremspedal fühlt sich für mich ziemlich ausgelatscht an und die Verzögerungswirkung ist eher mittelmäßig. Aber ohne verlässlichen Maßstab gebe ich auch hier die Schuld der schmalen Bereifung und dem zerfahrenen Testwagen.

Extrem positiv fällt hingegen der kleine Wendekreis und die sehr leichtgängige Servolenkung auf. Auf engen Räumen rangieren, auf der Arbeit in der Tiefgarage einparken, um verwinkelte Ecken fahren macht mit dem iQ einfach Spaß. Während mich der Wendekreis des smart fortwo eher an den eines LKWs erinnert, kommt der iQ einfach um jede Ecke rum, während das Lenkrad mit zwei Fingern bedient werden kann. Hier hat Toyota ganze Arbeit geleistet, und das ist ein wichtiger Pluspunkt gerade in der Stadt.

Alles in Allem bietet der Toyota iQ ein angenehmes Fahrgefühl, der Komfort der Passagiere steht hier an erster Stelle. Sobald man etwas sportlicher fahren möchte, zeigt einem der iQ, dass man es doch besser sein lässt. Somit erfüllt der iQ ganz klar seinen Einsatzzweck und trotzdem muss ich meine Einleitung wiederholen: weich, bequem und langweilig.