Jetzt fahre ich den Toyota iQ seit 3 Tagen, es wird Zeit, meinen ersten Eindruck festzuhalten. Als allererstes habe ich eine wichtige Lektion gelernt. Wenn man gefragt wird, welche Motorisierung der Testwagen haben soll, nimm niemals den kleinsten Motor. Mit der 1.0 Maschine des iQ fühlt sich das Anfahren mit Vollgas eher nach Omas Treppenlift als nach einem Auto an. Aber fangen wir von vorne an.
Technische Daten
Wir haben wie gesagt die 1,0 Liter Ausführung erhalten, welche 50 kW (68 PS) auf die Straße bringt. Beim Testwagen handelt es sich um die “Multidrive”-Variante, also mit Stufenloser Automatik. Wir haben die iQ+ Variante als Testwagen erhalten, welcher fast die Vollausstattung mitbringt.
| Motor: | VVT-i |
| Ventile: | 12 |
| Hubraum: | 998 ccm |
| Motorleistung: | 50 kW (68 PS) |
| Max. Drehmoment: | 91Nm bei 4.800 Upm |
| Höchstgeschwindigkeit: | 150 km/h |
| Leergewicht: | 920 – 990 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht: | 1.215 kg |
| Kofferraumvolumen: | 32 Liter |
| Kofferraumvolumen mit umgeklapptem Rücksitz: | 395 Liter |
Abmessungen
Cockpit
Beim Einsteigen in den iQ war ich sichtlich überrascht. Man fühlt sich direkt wohl, es macht den Eindruck, man sitzt in einem großen Wagen. Das Cockpit ist geräumig, auch zum Beifahrer hat man wahnsinnig viel Platz. Die Sitze sind sehr bequem und bieten einen guten Seitenhalt.
Der Tacho und die Mittelkonsole wirken sehr aufgeräumt, alles ist an seinem Platz und sieht chic aus. Und dann sieht man das Multifunktionsdisplay und das Gesamtbild ist zerstört. Ich weiß nicht, was die Konstrukteure da geritten hat, aber dieses kleine Display passt einfach nicht zum restlichen Cockpit. Es wirkt, als sei es im Nachhinein hinzugefügt worden, und dann hat man sich nicht mal Mühe gegeben, das Ganze schön aussehen zu lassen. Es erinnert mich an die Displays in älteren Opel-Modellen. Insgesamt wirkt die Verarbeitung hier und da ein wenig billig und wackelig.
Sicht
Auch wenn der Innenraum sehr aufgeräumt ist, ist die Sicht nach vorn leider eingeschränkt. Durch das weit ins Innere gezogene Cockpit und die nicht sichtbare Motorhaube, ist es eher Gefühlssache, ob man aneckt oder nicht. Das Gleiche gilt übrigens für den smart fortwo und ist auch hier zu bemängeln.
Auch der Blick nach hinten ist relativ eingeschränkt, da helfen auch die kleinen Fenster an der Rückbank nicht viel. Offensichtlich ist dies der kleinen Bauweise geschuldet.
Größe
Der iQ zeichnet sich ja dadurch aus, dass es ein 4-Sitzer in smart-Größe ist. Ich bin 1,83 m groß, also vollkommener Durchschnitt. Wenn ich mir den Fahrersitz in eine vernünftige Position einstelle, liegt dieser bündig an der Rückbank an. Auf die Rückbank passen angenehm ein paar Einkäufe, vielleicht ein Kindersitz oder der Hund. Aber eine Person mit Beinen (und das ist glücklicherweise die Mehrzahl der Menschheit) hat hier leider verloren. Für mich ist der iQ ganz klar ein Zweisitzer mit Rückbank.
Weiter gehts zum “Kofferraum”. Wie oben schon beschrieben, bietet der Kofferraum samt “Geheimfach” ganze 32 Liter Stauraum. Das reicht morgens fürs Brötchen und ne Zeitung. Hier fehlt der Platz, der für die Rückbank verwendet wurde. Durch Umlegen der zweigeteilten Rückbank kann der Kofferraum aber auf bis zu 395 Liter erweitert werden. Das sollte für einen kleinen Stadt-Flitzer in jedem Fall ausreichen.
Fahren
Und los geht die wilde Fahrt. Das Multidrive-Getriebe ist eine stufenlose Automatik, die entweder im Eco- oder im Sportmodus gefahren werden kann. Im Gegensatz zum Sport-Modus wählt die Automatik stets die Übersetzung mit möglichst niedriger Drehzahl, bei Vollgas schaltet sie aber ebenfalls runter und gibt die maximale Leistung frei. Für mein Gefühl ist die Drehzahl im Eco-Modus aber etwas zu niedrig, es hört und fühlt sich einfach nach Runterschalten an.
Beim Betätigen des Gaspedals bleibe ich öfter mit der Schuhspitze an der Aufhängung des Pedals hängen. Vielleicht habe ich ja meinen Fuß falsch auf dem Pedal stehen, aber bisher hatte ich das Problem noch in keinem anderen Wagen. Insgesamt sieht man hier die teilweise recht billige Verarbeitung ganz anschaulich.
Sehr angenehm aufgefallen ist mir die gute Servolenkung und der kleine Wendekreis. Während ich in manchem Parkhaus mit dem smart Probleme habe, um die Ecken zu kommen, komme ich mit dem iQ um jede Ecke herum.
Ausstattung
Absolut positiv aufgefallen ist mir das Smart-Key-System. Ich fahre den Wagen jetzt seit 3 Tagen und hatte noch kein einziges Mal den Schlüssel in der Hand. Durch RFID-Chips erkennt der Wagen, dass sich der Schlüssel im Umkreis von ca. 0,5 Metern befindet und öffnet die Tür beim Ziehen am Türgriff automatisch. Gleiches gilt übrigens für den Kofferraum. Einsteigen, Start-Stop-Knopf drücken und losfahren. Aussteigen, Rucksack auf dem Kofferraum holen und Lock-Taste am Kofferraum drücken, schon ist der Wagen abgeschlossen. Eine tolle Technik, die mich absolut begeistert.
Sonst gibt die Ausstattung des Testwagens alles her, was man sich wünscht. Die Lüftung / Klimaanlage reagiert schnell, ist nicht zu laut und riecht nach nichts (das habe ich auch schon anders erlebt!). Das Navigationssystem erfüllt seinen Zweck, allerdings gehört das zur Sonderausstattung und hat mit 950 Euro natürlich auch einen stolzen Preis.
Zu guter letzt ist mir noch ein Detail negativ aufgefallen. Es mag sich nach einer Kleinigkeit anhören, aber mich nervt es extrem: Der iQ hat keine Blink-Automatik. Man tippt den Blink-Hebel kurz an und es wird 3 x geblinkt. Das kann jedes aktuelle Fahrzeug, das ich kenne. Außer der iQ. Erst jetzt merke ich, wie oft ich nur die Blink-Automatik nutze. Es ist sicher keine große Ersparnis, dies im Fahrzeug zu integrieren, also gehe ich davon aus, dass das einfach vergessen wurde. Schade eigentlich, mich nervt sowas und kostet ganz klar Punkte in der B-Note.
Fazit
Beim Lesen der bisherigen Punkte hört es sich alles recht negativ an. Dies ist aber bei weitem nicht so. Der iQ ist ein voll ausgereiftes Fahrzeug, das einige angenehme Überraschungen bereit hält. Aber auch dieser Wagen ist eben nicht perfekt. Mir gefällt die angenehme und komfortable Fahrweise, den kurzen Radstand merkt man fast gar nicht. Die Innenausstattung ist, von einigen Kleinigkeiten abgesehen, ordentlich und aufgeräumt, Fahrer und Beifahrer haben sehr viel Platz. Die Rückbank ist in meinen Augen unbrauchbar, selbst kleine Menschen haben hier einfach nicht genug Platz. Aber durch das Umlegen der Rückbank wird ein riesiger Stauraum frei, in dem auch größere Dinge Platz finden.
Der iQ ist ein praktisches Stadt-Auto, das die Bedürfnisse im Großen und Ganzen gut erfüllt. In den nächsten Tagen gehe ich dann noch detaillierter auf Interieur und Exterieur und das Fahrverhalten ein, und ziehe einen Vergleich zum smart fortwo.

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