Testfahrt Mia K

Ich hatte am Freitag die Gelegenheit, die mia K zu fahren. Kennt ihr nicht? Ging mir bis vor Kurzem genauso, hierbei handelt es sich um einen neuen Hersteller aus Frankreich, der sich auf Elektrofahrzeuge spezialisiert hat. Es heißt übrigens tatsächlich die mia, nicht der mia. mia electric bietet drei Varianten an, die “normale” mia, die längere Version mia L und den Transporter mia K. Weitere Informationen dazu könnt ihr auf unserer Fahrzeug-Detailseite oder auf mia-electric.de finden.

Mir wurde ein mia K mit zusätzlichem Beifahrersitz zur Probefahrt bereitgestellt, im Grunde also ein Mittelding zwischen mia L und mia K.

Exterieur

Das Aussehen der mia kann man getrost als mutig bezeichnen. Sicher wird mia electic hierfür keine Schönheitspreise gewinnen. Ich freue mich allerdings immer bei Fahrzeugen, die nicht dem Einheitsbrei entsprechen, und mutig andere Wege gehen. Und bei der mia wurden viele andere Wege beschritten.

mia K Probefahrt

Als ich die mia das erste Mal auf der CeBIT gesehen habe, musste ich an die japanischen Mini-Vans aus den 90ern denken, nach einigem googlen ist die Ähnlichkeit mit dem Daihatsu Highjet auch nicht von der Hand zu weisen. Aber durch innovative Lösungen und nette Details ist die mia vielleicht das Fahrzeug von morgen.

Mir gefallen die Schiebetüren links und rechts extrem gut. Wie oft standet ihr schon in einer Parklücke und seid kaum aus dem Wagen gekommen, weil ihr die Tür nicht richtig öffnen konntet? Problem gelöst. Wie oft musstet ihr bei nem 3-Türer schon aussteigen, damit die Passagiere hinten einsteigen konnten? Problem gelöst.

mia K Probefahrt

Die Türen lassen sich übrigens durch Drücken der “Blume” öffnen, so dass ein versehentliches Öffnen vermieden werden kann. Das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, mag aber sicherlich seine Gründe haben.

mia K Probefahrt

Ebenfalls positiv aufgefallen ist die gläserne Heckklappe. Diese bringt eine unglaublich gute Sicht nach hinten, wer braucht schon eine Einparkhilfe, wenn man im Rückspiegel alles sehen kann.

mia K Probefahrt

Interieur

Im Innenraum gehen die Neuerungen weiter. Besonders auffällig ist die Sitzverteilung. Der Fahrer sitzt vorn in der Mitte, die Beifahrer links und rechts nach hinten versetzt. Das ist innovativ, spart Platz in der Breite, gewährt allen Passagieren eine Menge Platz und gibt dem Fahrer eine einmalige Übersicht über das Fahrzeug. Ich war am Anfang etwas skeptisch, aber nach 5 Minuten Fahrt war ich an die veränderte Sitzposition gewöhnt und bin nach wie vor begeistert von diesem Konzept. Problematisch könnte vielleicht das Einsteigen für weniger bewegliche Fahrer sein, da der Sitz doch etwas weiter von der Tür entfernt ist, aber nach etwas Eingewöhnung sollte auch das kein Problem sein.

mia Interieur

Insgesamt bietet die mia für ein Elektrofahrzeug ungewöhnlich viel Platz. Der Fahrer kann sich nach beiden Seiten ausbreiten, die Passagiere haben ebenfalls mehr als genug Bewegungsfreiheit, der dahinterliegende Kofferraum bietet obendrein noch jede Menge Stauraum.

mia K Probefahrt

Das Cockpit ist ungewohnt leer. Das Multifunktionsdisplay zeigt alle relevanten Informationen an, eine Hand voll Knöpfe und die Lüftung… das wars. Mehr ist nicht notwendig.

mia K Probefahrt

Das Multifunktionsdisplay wirkt aufgeräumt, es werden wirklich nur die notwendigen Informationen wie Reichweite, Verbrauch und Geschwindigkeit angezeigt, somit sind diese Infos auf den ersten Blick erkennbar, und nichts lenkt von der Fahrt ab.

mia K Probefahrt

Fahrbericht

Nach einer kurzen Einweisung wollte ich natürlich auch ne Runde fahren. Meine erste Fahrt in einem Elektroauto – so habe ich mich auch angestellt. Durch drehen des Schlüssels wird der Motor angeschaltet, die mia zeigt dies durch ein Piepen an, da man vom Motor natürlich nix hört. Der Rückwärts- bzw. Vorwärtsgang wird durch Drücken eines Knopfes eingelegt. Meine anfängliche Unsicherheit durch die ungewohnte Sitzposition und die fehlenden Motorgeräusche brachte mich dazu, doch etwas vorschnell zu bremsen, ich kann bestätigen, dass die Bremsen wirklich gut und schnell greifen und meinen Beifahrer und mich nicht nur einmal haben “nicken” lassen.

Während der Fahrt kann man zwischen Eco- und Normalbetrieb wählen, Eco soll besonders stromsparend sein, man sollte aber keine Wunder erwarten, wenn man Eco ausschaltet. Die mia fährt max. 100 km/h und ist auch kein Beschleunigungsmonster. Das ist aber auch nicht der Einsatzzweck der mia. Im normalen Stadtverkehr und kurze Abstecher auf Schnellstraßen oder Autobahn sind kein Problem, wobei die linke Spur natürlich tabu ist.

Um Strom zu sparen, wurde keine Servolenkung eingebaut, dies ist im Stand etwas mühselig, beim Rangieren sollte man die mia also immer leicht rollen lassen.

Bei normaler Fahrt ist die mia so angenehm und komfortabel zu fahren, dass ich mich wundern muss, warum der Wagen nicht bereits viel bekannter und beliebter ist. Ab einer gewissen Geschwindigkeit vernimmt man vom Elektromotor ein leichtes Surren, deutlich leiser als die normalen Wind- und Rollgeräusche. Selbst bei einem Abstecher auf die Autobahn empfand ich den Geräuschpegel nicht als störend, die mia scheint ausreichend gegen Außengeräusche gedämmt zu sein.

Fazit

Die mia hat mich vollkommen begeistert, mir sind im Grunde keine negativen Punkte aufgefallen. Doch eins – eine Armlehne für den chronisch unterbeschäftigten Fahrer wäre schön. Die mia begeistert durch ihre innovativen Ideen, das Platzangebot im Innenraum und die ruhige Fahrweise.

Wenn es mia schafft, sich einer breiten Masse vorzustellen, und vielleicht unterschiedliche Motorisierungen anbietet, könnte dieses Projekt zu einer absoluten Erfolgsgeschichte werden.

Vielen Dank an Lautlos Deutschland GmbH und die Firma Diefenthal für die Bereitstellung des Fahrzeugs und die Informationen. Ich habe mich auf die mia eingeschossen, demnächst wird es häufiger Infos darüber geben.