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Test

Testfahrt 453 Turbo

Kurz vor Weihnachten war es soweit, durch einen Unfall habe ich unfreiwillig die Riege der smart-Fahrer verlassen. Ein neuer Wagen musste her – also hieß es über den Tellerrand zu blicken und nach einem Cabrio mit Automatik in meiner Preisklasse zu suchen. Ziemlich schnell wurde ich fündig und so wurde es ein SLK. Nun bot mir vor kurzem meine Firma an, mir einen Firmenwagen bereitzustellen, da musste ich nicht lange überlegen. Der SLK wurde also wieder verkauft und die Autosuche ging aufs Neue los. Am Ende grenzte ich die Wahl auf einen Audi A1 und den neuen fortwo ein. Ich fahre die Hälfte meiner Arbeitszeit direkt ins Büro (ca. 15 km), allerdings bin ich auch häufig vor Ort beim Kunden, hier sind auch schnell mal Strecken von über 500 km drin.  Ist der neue fortwo das richtige Auto, um auch regelmäßig solche Strecken zu fahren?

Um mir die Entscheidung leichter zu machen, fuhr ich zum smart-center meines Vertrauens und lieh mir einen fortwo mit 71 PS (52 kW) und twinamic aus. Kurzum – nach einer Stunde brachte ich den Wagen zurück, der Wagen war für meinen Geschmack vollkommen untermotorisiert. Zwar könnte ich den täglichen Weg zur Arbeit damit locker zurücklegen – aber auf langen Autobahnstrecken müsste der fortwo ständig unter Volllast arbeiten. Also entschied ich mich für einen Audi A1.

Audi A1

Nun ist bei smart die 90 PS (66 kW) Variante des fortwo ebenfalls mit twinamic verfügbar, war es vielleicht ein Fehler, nicht zu warten?

Vor einer Woche lud smart zur Fahrveranstaltung der 90 PS Variante mit twinamic, natürlich haben auch wir teilgenommen. Wir starteten mit einem forfour, die erste Route führte uns kurz über die Autobahn, die meiste Zeit jedoch über Land. Leider stellte sich hier schnell heraus, dass die Motorisierung grundsätzlich ausreichend wäre – wäre da nicht der Eco-Betrieb. Im Eco-Modus fährt der fortwo zu untertourig, bei dem Motorengeräusch hatte ich ständig das Bedürfnis, herunterzuschalten. Genau das macht das twinamic Getriebe auch selbst bei geringer Beschleunigung, Möchte man stärker beschleunigen ist die Wartezeit zwischen Betätigung des Pedals und der Beginn der Beschleunigung entsprechend länger, das Getriebe muss erstmal mehrere Gänge herunterschalten und den Motor auf Drehzahl bringen. Dies hat häufiger verwunderte Blicke im Cockpit hervorgerufen, in unseren Augen muss der Eco-Modus dringend überarbeitet werden.

Dies würde allerdings auf Kosten des Verbrauchs gehen, wir haben bei zurückhaltender Fahrweise im Ecomodus des forfour auf Landstraßen 6,5 l laut Bordcomputer verbraucht. Im Sport-Modus bei zügiger Fahrweise wäre ein Verbrauch von 10 l auf 100 km locker drin gewesen. Die Meldungen über den enormen Verbrauch der neuen Motoren scheinen also bestätigt.

Am Zielpunkt wechselten wir auf einen fortwo und fuhren größtenteils auf der Autobahn zurück. Genau diesen Test wollte ich – konnte smart mich überzeugen, mit dem Kauf des A1 einen Fehler begangen zu haben? Leider nein. Auch der fortwo läuft im Eco-Modus zu untertourig, auf Grund des geringeren Gewichtes war die Beschleunigung hier allerdings etwas besser. Im Sport-Modus spricht der fortwo gut an, auch die Beschleunigung ist in Ordnung, dies geht natürlich zu Lasten des Verbrauchs.

Wirklich überzeugt das twinamic genannte Doppelkupplungsgetriebe. Keine Schaltpausen, keine Zugkraftunterbrechung, schnelle und komfortable Schaltvorgänge, so sollte sich ein smart fahren. Leider hinterlässt aber die Motorsteuerung und der gestiegene Verbrauch einen faden Beigeschmack.

Was ist also das Fazit?

Das twinamic Getriebe ist wirklich toll und macht die neuen Modelle zu den perfekten Stadt-Autos. Wieder konnten wir feststellen, wie viel mehr Komfort der Zugewinn von 10 cm in der Breite bedeutet. Einmal mehr haben wir den sagenhaften Wendekreis testen können und einmal mehr kann ich nur bestätigen, dass es wirklich ein tolles Feature ist. Leider ist aber das smart-typische Go Kart Feeling abhanden gekommen. Die einen sagen, der smart ist damit erwachsen geworden – andere hingegen werfen smart vor, zu viele Kompromisse einzugehen, um den Mainstream anzusprechen. Auch mir fehlt das Besondere, das smart-Gen. Der Innenraum z.B. gefällt mir wahnsinnig gut, aber hier und da fühlt es sich nicht besonders wertig an.

 

Wertigkeit liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber da smart die neuen Modelle eher im Premium-Segment sieht, muss auch Premium-Qualität abgeliefert werden, diese fehlt mir an einigen Stellen. Scheinbar geht das Konzept aber auf, nach etwas schleppendem Beginn steigen und steigen die Verkaufszahlen.

Ich bin nun endgültig überzeugt, mit dem A1 die richtige Entscheidung getroffen zu haben – in knapp drei Jahren kann ich mir einen neuen Wagen aussuchen, dann wird mich der Weg wieder in ein smart-center führen, um mir die erste Modellpflege anzusehen.

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