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smart times 2015: 1400km mit dem electric drive

Wer dieses Jahr in Budapest zu Gast war, hat sicher auch von der verrückten Idee bzw. Reise von Ralf gehört. Ralf ist zweiter Vorstand des smart-club Deutschland e.V. und hatte für die smart times 2015 in Budapest eine ganz besonders verrückte Idee. Die Anreise von Hamburg nach Budapest (knapp 1400km) will er rein elektrisch mit seinem smart fortwo electric drive cabrio zurücklegen.

0Jeder der sich in der heutigen Zeit etwas mit Elektromobilität beschäftig wird mit den gleichen Schwachpunkten des Themas konfrontiert. Reichweite, Ladedauer, Haltbarkeit usw. Umso wichtiger ist es, dass es verrückte Menschen wie Ralf gibt, die mit Ihren Aktionen Zeichen setzen wollen. Wir waren von Anfang an mit Ralf in Kontakt um über seine Reise zu berichten. Einige Sachen dazu konntet ihr bereits auf unserer Facebook Seite lesen.

Wir haben Ralf gefragt wie man denn auf so eine verrückte Idee kommt und 1400km mit einem smart electric drive zurücklegen will. Er hat uns davon berichtet das er ein Zeichen setzen will und allen Skeptikeren der Elektromobilität zeigen, dass man auch heute schon lange Touren mit einem electric drive zurücklegen kann. Ralf hat uns aber auch gleich gesagt, das dies nicht mit allen Fahrzeugen möglich ist, denn es gibt genügend „Schnarchlader“ wie er sie nennt. Sein smart hat einen 22kW Schnelllader mit dem er in 45 Minuten wieder voll geladen ist für gut 120km Reichweite.

Ralf beim Laden in feindlichem Gebiet

Ralf beim Laden in feindlichem Gebiet

Das man lange Strecken oder Urlaubsfahrten mit einem Elektroauto zurücklegen kann, hat schon ein Tesla-Fahrer aus der Schweiz gezeigt. Er legte 3160km mit seinem Tesla zurück und berichtete hier darüber. Ralf war mit seiner Idee also nicht alleine. Allerdings kennen wir ja alle die Skeptiker welche sagen mit einem smart könnte man keine langen Strecken zurücklegen bzw. es wäre ein vielfaches bequemer mit einer großen Limousine zu reisen. Komplett möchte ich diese Aussage auch nicht in Frage stellen, allerdings ist der smart auch bestens als Reisebegleiter geeignet, das zeigen die vielen Besucher der smart times jedes Jahr erneut. Im Jahr 1999 gab es sogar folgende Werbung von smart, wo es hieß: „Langstrecken. Auch auf Langstrecken“.

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So eine Reise mit einem electric drive bedeutet allerdings auch eine viel detailliertere Planung als mit einem Verbrennungsmotor. Mit einem Benziner oder Diesel fährt man sobald das Lämpchen angeht einfach die nächste Tankstelle an, steckt den Tankrüssel in sein Auto und nach spätestens 10 Minuten kann die Fahrt in der Regel weitergehen. Ganz so einfach ist es mit den Ladesäulen noch nicht. Ralf plante seine Route mit Hilfe des Stromtankstellen Verzeichnis. Alle 120km braucht der kleine electric drive nämlich wieder eine Ladung. Als Regelmäßiger car2go Nutzer kenne ich natürlich auch das häufigste Problem was man als electric drive Fahrer an den Ladesäulen hat, nämlich das die Säule von einem Verbenner zugeparkt wurde. Obwohl die Parkplätze meist ausreichend gekennzeichnet sind, erlebte auch Ralf dieses Phänomen auf seiner Reise. In der Stadt Peine hat eine Fahrerin eines Suzuki Swift wohl die Schilder übersehen und auf einem Parkplatz der für Elektrofahrzeuge reserviert ist geparkt. Ralf hatte aber auch dafür eine einfache und pragmatische Lösung:

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Stunden und hunderte Kilometer später kam Ralf auch etwas erleichtert endlich in Budapest an (jeder der mal so eine Strecke zurückgelegt hat, kennt das Gefühl sicher). Der Verbrauch von 15,6kwh/100km kann sich auf so eine Strecke natürlich auch mehr als sehen lassen. Umgerechnet würde man von den aktuellen Strompreisen ausgehend ca. 4,36 Euro pro 100km bezahlen, was natürlich es erheblicher Unterschied zum Benziner oder Diesel ist. Dazu hin darf man nicht vergessen, dass man aktuell noch an vielen Ladestellen umsonst laden kann.

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Angekommen in Budapest wurde Ralf natürlich auch von der Fangemeinde, als auch Annette Winkler herzlich empfangen und für seine verrückte Reise geehrt (Ich bin gespannt wie ihm die Moscot Brillen stehen werden):

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Abschließend kann man sagen, das Thema Elektromobilität steckt in Deutschland und in der Welt noch in den Kinderschuhen. Ralf ist allerdings fest davon überzeugt, dass sich hier in den nächsten Jahren noch sehr viel verändern wird. Er vergleicht es mit dem Umschwung vom normalen Handy zum Smartphone. Ich kann ihm da teilweise definitiv zustimmen, denn jeder der einmal ein Elektroauto gefahren ist, lässt es nichtmehr los. Das lautlose gleiten, die unglaubliche Leistungsentfaltung so eines Elektromotors um nur ein paar Punkte zu nennen. Bis es sich aber tatsächlich durchsetzen wird müssen die Menschen noch einiges an umdenken leisten und sobald mehr und mehr davon überzeugt sind, kommt das Problem der Masse dazu. Frust kommt auf wenn eine Säule besetzt ist und man warten muss, die Batterien verlieren an Kapazität und müssen getauscht werden, was passiert mit den alten Batterien? Aktuell werden Sie als Sondermüll eingestuft und sind quasi unmöglich zu „entsorgen“.

Ich jedenfalls bin sehr gespannt wie sich das Thema in Deutschland und der Welt entwickeln wird. smart jedenfalls hat diesen Trend eindeutig erkannt und ist einer der wenigen Hersteller welcher auf den Trend ganz entspannt schauen kann, denn die Produktion in Hambach (und hoffentlich auch in in Novo Mesto) ist gleichermaßen für electric drives als auch für Benziner ausgelegt, so kann man sehr dynamisch auf die Nachfrage reagieren.

Martin ist Blogger bei smartpit.de und diversen anderen Blogs. Gründer der smart forfour Community 44forum.de und smart enthusiast der ersten Stunde.

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