Technische Daten
Es handelt sich beim Testwagen um die 1,2 Liter Maschine in der tekna-Variante. Wir haben also bewusst den “High-End-Micra” gewählt. Hier die technischen Daten des Fahrzeugs:
| Motor: | 1.2 l CVT |
| Ventile: | 12 |
| Hubraum: | 1.198 ccm |
| Motorleistung: | 72 kW (98 PS) |
| Max. Drehmoment: | 142 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit: | 183 km/h |
| Leergewicht: | 1.082 – 1.145 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht: | 1.530 kg |
| Kofferraumvolumen: | 265 Liter |
Abmessungen
| Länge: | 3.780 mm |
| Breite: | 1.675 mm |
| Höhe: | 1.515 mm |
| Radstand: | 2.450 mm |
| Wendekreis: | 9,3 m |
Design
Der Micra hat sich im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich weiterentwickelt. Der aktuelle Micra ist kräftig gewachsen und macht einen sportlicheren Eindruck. Während Nissan versucht hat, das typische Micra-Design weiter fortzuführen, stechen in erster Linie das Dach und der Heckspoiler ins Auge. Der Heckspoiler soll vor allem den sportlichen Charakter des Micra unterstreichen, für meinen Geschmack ist der Spoiler aber etwas zu groß ausgefallen.
Beim Dach fällt vor allem die Wölbung im hinteren Drittel auf. Hiermit soll zum einen Platz für größere Personen auf der Rückbank geschaffen werden, für mich trägt dies aber ebenfalls zum sportlichen Design bei. Diese Wölbung geht fließend in den Heckspoiler über.
Cockpit
Der gesamte Innenraum macht einen nicht hochwertigen, aber zweckmäßigen Eindruck. Plastik, so weit das Auge reicht. Jedoch ist alles an seinem Platz, die Instrumente sind angenehm abzulesen, leider sind die Knöpfe für die Start-Stop-Automatik, die Einparkhilfe und das Multifunktions-Display hinter dem Lenkrad angebracht und nur schwer zu erreichen.
Leider fehlen (wie so oft) Ablagefächer auf der Fahrerseite, jedoch gibt es auf der Beifahrerseite zwei Handschuhfächer und ein kleineres Fach dazwischen.
Ich bin (trotz des Wetters) sehr begeistert vom Glasdach der tekna-Variante, ein riesiges Fenster gibt den Blick nach oben frei. Leider lässt es sich nicht öffnen, aber es gibt dem Fahrer trotzdem zumindest ein leichtes Cabrio-Gefühl.
Größe
Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist der Micra deutlich gewachsen, Fahrer und Beifahrer können sich ausbreiten, aber auch für die Passagiere dahinter ist das Platzangebot sehr gut.
Obwohl ich auf dem Fahrersitz immer sehr weit hinten sitze, ist für den Passagier dahinter ausreichend Beinfreiheit zur Verfügung.
Auch der Kofferraum ist mitgewachsen und bietet nun 265 Liter Platzangebot, bei umgeklappter Rückbank ganze 1.132 Liter. Das ist für einen Wagen dieser Klasse ein sehr gutes Ergebnis.
Fahren
Und genau hier war dann der sehr positive Eindruck deutlich getrübt. Ich möchte betonen, dass es sich hier um ein Pressefahrzeug handelt, welches sicherlich nicht immer sonderlich pfleglich behandelt wurde, somit lassen sich keine Rückschlüsse auf den Micra im Allgemeinen ziehen. Das Getriebe des Testwagens ist aber eine absolute Qual. Bei jedem Schaltvorgang bekommt man das Gefühl, mit nem Stock in nem Eimer nassen Sands rumzurühren. Es knirscht, es ist hackelig, es braucht häufig mehrere Anläufe, den Rückwärtsgang einzulegen. Wie bereits erwähnt, ich gehe mal davon aus, dass dies dem Pressefahrzeug geschuldet ist.
Grundsätzlich fährt sich der Micra angenehm und weich, leider ist die sportliche Linie des Designs nicht in das Fahrverhalten übergegangen. Das Fahrwerk ist etwas zu weich, die Schaltwege sind zu lang, der Drehmoment kommt zu spät. Das Äußere des Micra suggeriert Sportlichkeit, das Fahrverhalten Komfort bis Bequemlichkeit. Sobald man den Micra aber höher dreht, merkt man die Power des DIG-S Motors. Der Antrieb treibt den Micra dann gnadenlos nach vorn, es sind keine Leistungslöcher oder ähnliches spürbar.
Die Start-Stop-Automatik arbeitet sehr angenehm, bei der leichtesten Berührung der Kupplung startet der Motor sofort, so dass man schnell losfahren kann. Während der Motor gestoppt ist, wird die eingesparte CO2-Menge angezeigt, die ohne diese Technologie in die Luft geblasen werden würde. Das ist ganz nett, aber mir fehlt hier ein Maßstab. Ich habe bisher über 3 kg CO2 eingespart. Aber wie viel ist das? Wer auf möglichst viele Infos steht, ist hier genau richtig, mir hätte ein Bäumchen o.ä. auch gereicht.
Ausstattung
Nach dem Toyota iQ habe ich bereits das zweite Auto mit Smart-Key-System vor der Tür stehen, und möchte es nicht mehr missen. Ich habe den Schlüssel generell nur noch in der Hosentasche, Türknopf zum entriegeln drücken, Einsteigen, Start-Knopf betätigen und losfahren. Das System funktioniert auch beim Micra ohne Probleme, sobald man sich mehr als ca. einen Meter vom Auto entfernt, funktioniert das System auch nicht mehr, so dass man keine Angst vor Dieben haben muss. Auch der Motorstart funktioniert lediglich, wenn sich der Schlüssel im Auto befindet.
Der Testwagen kann noch mit einem besonderen Feature aufwarten. Neben einer Einparkhilfe, die beim Annähern an ein Objekt piept und im Multifunktionsdisplay anzeigt, wo man sich annährert, gibt es auch einen Parkplatzassistenten. Während der Fahrt mit max. 25 km/h Parkassistenten aktiviert, schon scannt das Auto die Parklücken auf der entsprechenden Seite auf passende Größe. Ist eine Lücke groß genug, wird diese im Multifunktionsdisplay angezeigt, einparken muss man allerdings schon noch selbst.
Leichte Abzüge gibt es für die Tatsache, dass die Hinteren Fenster lediglich Kurbeln statt elektrische Fensterheber haben. Für einen Wagen dieser Preisklasse sollten elektrische Fensterheber an allen vier Fenstern Standard sein.
Fazit
Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Micra. Es gibt wenige wirkliche Highlights, keine spektakulären Features, aber der Micra zeigt sich als grundsolides und ausgereiftes Fahrzeug. Wenn das problematische Getriebe tatsächlich nur dem Testwagen geschuldet ist, weiß der Wagen zu überzeugen. Der Micra zeigt sich geräumiges Stadt-Auto, der auch auf längeren Fahrten genug Komfort beweist.

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