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Meinung: Der neue fortwo – David

Im März war es soweit, auf Einladung von Dr. Winkler durften ich und einige wenige andere Blogger eine kurze Sneak Preview der neuen Modelle erhaschen. Nach einem kurzen Hintergrundgespräch präsentierte uns Dr. Winkler und der Chefdesigner exklusiv die neuen Modelle. Zwar handelte es sich um recht frühe Vorserienmodelle, aber das grundlegende Design stand bereits fest. Nachdem unser Autor Thomas seine Meinung zum neuen smart kundgetan hat, gebe ich nun in Teil 2 von 3 meine Meinung zum Besten.

Vorstellung fortwo forfour Sandro

Angekommen in einer großen Halle auf dem Daimler Entwicklungsgelände standen dort zwei Autos verdeckt durch große Tücher. Schon bevor Dr. Winkler die Tücher lüftete konnte ich das neue „One and a half box“ Design erkennen. Und ich war enttäuscht. Das ist kein smart, das ist ein abgeschnittener Twingo.

Dann aber verschwanden endlich die Abdecktücher und ich war begeistert. Im Kopf ging ich die Studien durch, holte mir forus, forstars und den fourjoy for vor Augen und entdeckte die konsequente Weiterentwicklung. Der smart ist erwachsen geworden.

Die Schnauze wurde aus Sicherheitsgründen eingeführt, auch technische Gründe haben hier sicher eine Rolle gespielt. Aber wie zeigt sich der neue damit? Bulliger! Kraftvoller! Erwachsener!

Die tridion-Zelle, immer das Kernstück des smart-Designs wurde noch mehr in den Fokus gerückt – seht her, ich bin so klein und trotzdem sicher. Aber der Schritt geht weiter, mehr als nur ein Sicherheitsaspekt hat sich die tridion-Zelle noch mehr zum Eyecatcher entwickelt. Schlichte Panels werden umrandet von der auffällig lackierten Zelle, bisher war es genau andersrum. Ich möchte keine weißen, roten oder schwarzen fortwos mit der typischen silbernen Zelle mehr sehen.

Dann trete ich näher heran und entdecke immer neue Elemente, die sich im und am ganzen Auto wiederfinden. Die Waben-Optik zum Beispiel – Scheinwerfer, Blinker, Kühlergrill und natürlich auch im Innenraum – überall findet man Waben. Das lockert nicht nur den Anblick des jeweiligen Bauteils auf, es ist vielmehr auch endlich ein konsequent durchgezogenes Designelement.

Ich schaue dem fortwo tief in die Augen und freue mich, dass endlich das Tagfahrlicht in die Scheinwerfer integriert wurde. Schluss ist mit der Notlösung an der Position der Nebelscheinwerfer. Der smart bekommt – trotz des Lächelns des Kühlergrills – einen leicht bösen Blick. Zwar werden mir die alten Linsenscheinwerfer fehlen, aber die neuen Augen passen einfach in das neue Auftreten. Zwar sind nur H4-Spots verbaut, hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen, dies hätte allerdings die Entwicklungskosten erhöht, also zum Schluss den Kaufpreis. Dr. Winkler bestätigte, dass die Entwicklungskosten nun eben begrenzt waren, und bei einem Stadtauto andere Prioritäten gesetzt wurden.

Nun wage ich mich vor in das von Dr. Winkler bereits auf der smart times 2013 angepriesene Heiligtum – den Innenraum. Ich öffne die Tür und stocke kurz. Wie viel Platz ist denn hier? Der neue ist um 10 cm in die Breite gewachsen, im Innenraum sind gefühlte 30 cm dazugekommen. Wie die Entwickler das angestellt haben, bleibt ein Rätsel.

Ich nehme auf dem Fahrersitz Platz und freue mich, dass die Lüftungsdüsen in das Amaturenbrett integriert sind. Und das Radio – es steht etwas vor und scheint zu schweben. Und das Lenkrad, die Polster, die Verkleidungen – alles fasst sich toll an und macht einen sehr wertigen Eindruck.

Und, ohne zu wissen, woher es kommt, sticht es im Auge. Irgendetwas stimmt hier nicht. Die Zusatzinstrumente sind nun verwachsen und links vom Lenkrad? Wie sieht das denn aus? Und was soll das, ich mag doch die „Hörnchen“. Und…die waren genau da, wo üblicherweise das Navi angebracht ist. Und waren immer im Weg beim Putzen der Frontscheibe. OK, vielleicht ist es gar nicht so blöd, diese Instrumente zu kombinieren und zu verschieben. Schade ist es trotzdem, ich werde die Hörnchen vermissen.

OK, raus und noch eine Runde um die Autos drehen. Nanu, was ist denn mit den tollen Schmetterlingsscheibenwischern? Weg? Nur im Vorserienmodell so? Ich fragte Dr. Winkler und den Chefdesigner: Fragende Blicke, darauf hat niemand geachtet. Ein wirklich tolles Feature (nämlich eine komplett freie Sicht bei Regen) ist vergessen worden und wird auch nicht kommen.

Dr. Winkler bleib die ganze Zeit vor Ort, zeigte, erklärte und beobachtete. Sie beobachtete genau unsere Reaktionen, was fassen wir an, wo schauen wir genauer hin, was sagt unser Gesicht, als wir das erste Mal einsteigen. Im Anschluss fragte Sie mich nach meinem Eindruck. Hm, was sagst Du jetzt… keine Hörnchen, keine Schmetterlingsscheibenwischer, kann dass das restliche Design aufwiegen? Ja, kann es.

„Dr. Winkler, machen Sie ne Schleife drum, ich nehme einen direkt mit!“

Nachdem ich nun vor der smart Parade der smart times 2014 die neuen als „Fast“-Serienmodell sehen konnte fühlte es sich an, alte Bekannte wiederzutreffen. Klar, hier und da hat sich noch etwas geändert, ein paar Elemente sind nach wie vor nicht final, aber es war schön, die beiden wiederzusehen.

Jetzt hatte ich die Gelegenheit, mir die Reaktionen der anderen Besucher anzusehen. Und auch hier war meines Empfindens die Resonanz äußerst positiv.

Sicher, es wird immer ein paar ewig Gestrige geben, für die nur der 450 der wahre smart ist. Aber wie hätten diese Leute reagiert, hätte smart einen 450-Abklatsch präsentiert? Vermutlich hätten die gleichen Leute gerufen, dass sich das Auto gar nicht weiterentwickelt, smart die neuesten Entwicklungen verschlafen hat und die Marke so eh den Bach runtergeht.

 Der forfour

Und was ist mit dem forfour? Nun ja, das Design ist das gleiche, abgesehen von der zusätzlichen Rückbank unterscheiden sich fortwo und forfour nur in Details. So hat der forfour zum Beispiel eine einteilige Heckklappe erhalten. Das ist nicht so richtig „smart“, zum Beladen aber sicher praktischer.

Aber was macht den forfour aus? Was ist das Alleinstellungsmerkmal? OK, die hinteren Türen öffnen bis auf 85°, die hinteren Sitze lassen sich sehr leicht umklappen und der Wendekreis mit unter 9 Metern ist ne Ansage…

Aber der forfour drängt in einen Markt vor, der bis aufs Blut umkämpft ist. Mal abgesehen von den smart-Fans, die einen Viersitzer wollen oder brauchen – was bleibt dann noch? Hipster, die Wert auf ein stylisches Auto legen, denen aber ein Mini zu teuer ist? Ist dieser Markt so groß? Junge Familien, die einen günstigen Viersitzer suchen, schauen sich wohl eher beim „Bruder“ Twingo, Toyota Aygo und Konsorten um, preislich liegen hier Welten dazwischen.

Es wird spannend, wie sich die Verkaufszahlen des forfour gestalten, ich bin hier eher skeptisch.

Fazit

Ich bin begeistert vom neuen smart. Das Auto ist erwachsen geworden, der smart strahlt ein ganz anderes Selbstbewusstsein aus. Die üblichen Schwächen, die bei jedem Test des „alten“ smart aufgezeigt wurden, sind konsequent ausgemerzt worden, einige tolle Neuerungen sind eingeflossen. Ich freue mich darauf, die beiden als Tester vor der Tür zu haben, wirkliche Stärken und Schwächen erkennt man eben nur beim „erfahren“.

Nichts desto trotz hilft alle positive Resonanz nichts,wenn die Verkaufszahlen nicht stimmen. Die beiden neuen sind der Gradmesser – die Zukunft der Marke hängt am neuen fortwo und forfour. Die Wagen können bereits seit Ende Juli vorbestellt werden, ab November werden die ersten smarts ausgeliefert. Dann wird sich zeigen, ob die neuen Top oder Flop sind.

Discussion

2 responses to ‘Meinung: Der neue fortwo – David

  1. Ich mag die Entwicklung des Fortwo auch sehr gern auch wenn ich, was das Design betrifft, den 450 von allen Generationen immer noch favorisiere. Trotzdem bleiben die wichtigsten Merkmale erhalten und er bleibt für mich trotz der Zusammenarbeit mit Renault ganz klar als Smart erkennbar, anstatt ein Abklatsch eines anderen Stadtautos zu sein. Was den Forfour betrifft, so habe ich mich schon immer gefragt, ob es denn bei der sehr starken Konkurrenz rentabel sein kann, in den Markt der Fünftürer einzusteigen. Hier kann der Forfour vielleicht durch sein Design punkten, aber ansonsten gibt es nicht die Alleinstellungsmerkmale und Vorteile gegenüber anderen Marken, die es beim Fortwo gibt.

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